Töten im Kampf: Der Kontext zählt mehr als die Tat selbst

2025-04-18
Töten im Kampf: Der Kontext zählt mehr als die Tat selbst

Eine groß angelegte Studie mit norwegischen Soldaten stellt die weit verbreitete Annahme in Frage, dass Töten die psychische Gesundheit eines Soldaten zwangsläufig schädigt. Die Forscher verglichen zwei Gruppen: Soldaten, die im Rahmen von Kampfeinsätzen in Afghanistan eingesetzt wurden, und solche, die als Friedenstruppen im Libanon dienten. Die Studie ergab, dass Friedenssoldaten, die jemanden getötet hatten, im Vergleich zu denen, die niemanden getötet hatten, höhere Raten an PTBS, Depressionen, Angstzuständen und Alkoholkonsum sowie eine geringere Lebensqualität aufwiesen. Bei den Kampfsoldaten wurde jedoch kein solcher Unterschied festgestellt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Kontext, in dem das Töten stattfindet, und nicht die Tat selbst, einen erheblichen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden hat. Der Unterschied dürfte auf die unterschiedlichen Missionsziele und Gefechtsregeln zwischen Kampf- und Friedensoperationen zurückzuführen sein. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer kontextspezifischen psychischen Unterstützung und Ausbildung für Soldaten, um potenzielle psychische Schäden zu minimieren.