Klassenmord: Die gezielte Zerstörung einer sozialen Klasse
Der von dem Soziologen Michael Mann vorgeschlagene Begriff „Klassenmord“ beschreibt die vorsätzliche und systematische Zerstörung einer sozialen Klasse durch Verfolgung und Gewalt. Im Gegensatz zum Völkermord, der eine Gruppe aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zum Ziel hat, richtet sich Klassenmord gegen eine Gruppe, die durch ihren sozialen Status definiert ist, und im Gegensatz zum Politizid wird die politische Aktivität nicht berücksichtigt. Der Artikel nennt Beispiele wie die Dekulakisierung in der Sowjetunion, der kambodschanische Völkermord und die Verfolgung von Großgrundbesitzern und wohlhabenden Bauern während der chinesischen Landreform als Beispiele für Klassenmord. Diese werden als Verzerrungen der sozialistischen Demokratietheorie dargestellt, ähnlich wie die ethnische Säuberung eine Verzerrung der nationalistischen Demokratietheorie ist.