Der Zauberer von Oz: Eine populismus-Allegorie?
1964 schlug der Historiker Henry Littlefield eine bahnbrechende Interpretation von L. Frank Baums *Der Zauberer von Oz* vor und argumentierte, dass es nicht nur eine Kindergeschichte, sondern eine verschleierte Allegorie für die Populistenbewegung der 1890er Jahre sei. Er verband Dorothy mit dem Durchschnittsamerikaner, ihre silbernen Schuhe (Silber im Buch, nicht Rubine) mit der Free-Silver-Bewegung, den gelben Ziegelsteinweg mit dem Goldstandard und die Smaragdstadt mit Washington D.C. Der Vogelscheuche, der Blechmann und der feige Löwe wurden als Repräsentanten von Bauern, Fabrikarbeitern und William Jennings Bryan interpretiert. Littlefields Analyse löste ein erneutes Interesse an der Populistenbewegung aus und hebt das tiefere Engagement des Buches mit wirtschaftlichen und politischen Themen hervor.