Die vergessene Philosophin: Mary Midgley und die Domestizierung der Philosophie
Mary Midgley, eine Philosophin des 20. Jahrhunderts, schrieb in den 1950er Jahren ein Radio-Drehbuch mit dem Titel "Rings and Books", in dem sie die männlich dominierte Natur der Geschichte der Philosophie und deren Auswirkungen auf die Philosophie selbst untersuchte. Es wurde als "trivial" abgelehnt und tauchte erst Jahrzehnte später wieder auf. Midgley argumentierte, dass die Lebensweisen von Philosophen ihre Ansichten beeinflussen, wobei die männlich dominierte Tradition weibliche und familiäre Erfahrungen vernachlässigt, was zu Einschränkungen führt. Am Beispiel von Descartes hob sie dessen isolierte Herangehensweise hervor und ignorierte die Bedeutung menschlicher Beziehungen. Midgleys Ideen finden sich in der zeitgenössischen feministischen Philosophie wieder, die die soziale und kontextuelle Natur von Wissen betont und traditionelle objektive Ansichten in Frage stellt.