Kulturkampf: Die neue Konfliktlinie in der Politik

2025-05-13
Kulturkampf: Die neue Konfliktlinie in der Politik

Eine neue Studie von Gennaioli und Tabellini hinterfragt das traditionelle Klassenverständnis der politischen Polarisierung. Sie argumentieren, dass politische Spaltungen zunehmend von kulturellen Identitäten und nicht von wirtschaftlichen Interessen getrieben werden. Menschen wählen Identitäten basierend auf vorherrschenden sozialen Konflikten; wirtschaftliche Fragen heben Klassenunterschiede hervor, während kulturelle Fragen (Einwanderung, Moral) gegensätzliche kulturelle Gruppen schaffen. Politische Parteien nutzen dies aus, indem sie in identitätsbasierte Propaganda investieren, um kulturelle Stereotypen zu verstärken und Positionen zu radikalisieren. Eine Umfrage unter US-Bürgern bestätigt dies und zeigt, dass kulturelle Identität und nicht der wirtschaftliche Status die Ansichten zu Sozialleistungen, Steuern usw. bestimmt. Der "China-Schock" liefert empirische Beweise und zeigt, dass in wirtschaftlich betroffenen Gebieten kulturell konservative Wähler die Unterstützung für Umverteilung reduzierten und die anti-Einwanderungspolitik verstärkten. Dieser Wandel erklärt den Aufstieg des rechten Populismus trotz wachsender Ungleichheit. Die Fokussierung der Linken allein auf Ungleichheit ignoriert den starken Einfluss kultureller Identität und führt zu Wahlverlusten.