Venus' überraschend dünne Kruste: Ein neues Modell für geologische Prozesse
Neue Forschungsergebnisse enthüllen überraschende Details über die Kruste der Venus. Im Gegensatz zur Erde besitzt die Venus eine einteilige Kruste ohne Plattentektonik. Wissenschaftler erwarteten, dass ihre Kruste im Laufe der Zeit aufgrund des Fehlens von Subduktion dicker werden würde. Eine in Nature Communications veröffentlichte Studie schlägt jedoch ein Modell der Krustenmetamorphose vor, das auf der Gesteinsdichte und Schmelzzyklen basiert. Dieses Modell deutet auf eine überraschend dünne Kruste hin, mit einer durchschnittlichen Dicke von etwa 40 Kilometern und einer maximalen Dicke von 65 Kilometern. Die Forschung zeigt, dass, wenn die Kruste dicker wird, der untere Teil so dicht wird, dass er vom Mantel abbricht oder aufgrund von Hitze schmilzt. Dieser Prozess recycelt Material zurück ins Innere, treibt vulkanische Aktivität an und beeinflusst die geologische Entwicklung und die atmosphärische Zusammensetzung der Venus. Zukünftige Missionen wie DAVINCI und VERITAS der NASA und Envision der ESA sollen die Venus eingehender erforschen und dieses Modell testen.