Methylenblau: Wundermittel oder gefährlicher Hype?
Methylenblau, ein altes Medikament, wird neuerdings als potenzielles „Wundermittel“ angepriesen, das Gedächtnis verbessern, Energie steigern und Stimmungsprobleme lösen soll. Die Realität ist jedoch komplexer. Dieser Artikel beleuchtet die zellulären Mechanismen von Methylenblau, darunter seine Rolle als Monoaminooxidase-Hemmer, Mitochondrien-Helfer und Stickoxid-Blocker. Während in-vitro- und Tierversuche vielversprechend sind, liefern Humanstudien uneinheitliche Ergebnisse mit kleinen Stichprobenumfängen. Darüber hinaus zeigt Methylenblau einen hormesischen Effekt: niedrige Dosen können vorteilhaft sein, hohe Dosen hingegen schädlich und verursachen Nebenwirkungen wie blaue Urinfärbung, Blasenreizungen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und sogar lebensbedrohliche Komplikationen. Daher wird die eigenständige Einnahme von Methylenblau dringend abgeraten, bis weitere Forschung seine Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt.