Die Heritabilitätsschere: Zwillingsstudien vs. Genomik

2025-06-28
Die Heritabilitätsschere: Zwillingsstudien vs. Genomik

Seit den 1970er Jahren deuten Zwillingsstudien auf eine hohe Heritabilität vieler Verhaltensmerkmale hin, wobei der IQ auf etwa 60 % genetisch geschätzt wird. Genome-Wide Association Studies (GWAS) hatten jedoch Schwierigkeiten, diese Gene zu finden, was zu einer „Heritabilitätsschere“ führte. Jüngste Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Vorhersagekraft von GWAS aufgrund von Populationsstratifikation, assortativer Paarung und genetischer Prägung überschätzt werden könnte. Neue Methoden wie Sib-Regression und RDR bieten alternative Ansätze zur Schätzung der Heritabilität und liefern Ergebnisse, die von den Zwillingsstudien abweichen. Die Debatte über den wahren Wert der Heritabilität und die Gründe für die Diskrepanzen zwischen den Methoden dauert an; einige argumentieren, dass Zwillingsstudien die Heritabilität überschätzen, während andere die Vernachlässigung seltener Varianten und Gen-Interaktionen durch GWAS hervorheben. Viele Rätsel bleiben ungelöst und erfordern weitere Forschung.