Die Krise der „wirtschaftlichen Inaktivität“ im Vereinigten Königreich: Mythos vs. Realität
Die viel diskutierte Krise der „wirtschaftlichen Inaktivität“ im Vereinigten Königreich ist kein echtes Arbeitslosigkeits-Problem, argumentiert dieser Artikel. Die jahrzehntelange Stabilität der Zahl wirtschaftlich inaktiver Menschen deutet auf einen narrativen Wandel hin, nicht auf eine plötzliche Krise. Die Regierung präsentiert Nicht-Arbeit als moralisches Versagen und versucht, Menschen zur Arbeit zu zwingen, was historische Modelle von Zwangsarbeit widerspiegelt. Der Artikel kritisiert diese Sichtweise von Arbeit als einziger Quelle von Wert und hebt die Vernachlässigung unbezahlter Arbeit (Betreuung, Kinderbetreuung) hervor. Technologischer Fortschritt hat die Arbeitszeit nicht reduziert, sondern die Intensität und den Eingriff der Arbeit verstärkt. Die wahre Krise, so der Autor, ist die sinkende Fähigkeit des Kapitalismus, Mehrwert zu extrahieren, nicht die individuelle „Nicht-Arbeit“. Die Lösung liegt in der Umverteilung der Früchte des technologischen Fortschritts und einer Wertänderung, um Fürsorge, Kunst und Ruhe zu schätzen.
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