Domesday Book: Nicht nur Steuern, sondern Big Data im 11. Jahrhundert?
Neue Forschungsergebnisse stellen die lange gehegten Annahmen über das Domesday Book von Wilhelm dem Eroberer in Frage. Anhand der ältesten erhaltenen Handschrift, Exon Domesday, argumentieren die Forscher, dass die Erhebung nicht nur der Maximierung der Steuern diente, sondern eine ausgeklügelte Übung der Regierungsführung darstellte – eine Form von Big Data im 11. Jahrhundert. Die Studie zeigt, wie Wilhelms Verwaltung in weniger als sieben Monaten riesige Mengen an wirtschaftlichen und territorialen Daten in ganz England sammelte und diese mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Klarheit verarbeitete. Das Team schlägt auch eine wahrscheinliche Identität für den Hauptschreiber vor, möglicherweise Gerard, Wilhelms Kanzler. Dieser innovative Ansatz, der nur Feder, Pergament und menschliche Interaktion nutzte, unterstreicht den Einfallsreichtum der Domesday-Schöpfer und seine Bedeutung als bemerkenswerte Leistung administrativer Innovation.